Wie wirkt Propranolol bei Angstzuständen?

6. Januar 2023

Psychische Gesundheit ist ein Thema, das immer offener diskutiert wird. Viele Menschen fühlen sich freier, über ihre Depressionen und Angstzustände zu sprechen. Und während therapeutische Behandlungen sicherlich eine Option sind, gibt es auch Medikamente gegen Angstzustände auf dem Markt.

Es gibt viele verschiedene Arten von Angststörungen, und es ist hilfreich, eine genaue Diagnose zu erhalten, damit Sie Ihre Symptome richtig behandeln können.

Die generalisierte Angststörung (GAD) ist die häufigste Form und führt dazu, dass sich die Betroffenen Sorgen über eine Reihe verschiedener Aktivitäten und Ereignisse des täglichen Lebens machen. Dies kann dazu führen, dass man sich unruhig, wachsam und unkontrolliert fühlt, und ist ziemlich allumfassend. Aufgrund der Art und Weise, wie sich diese Störung auf die Menschen auswirkt, ist es nicht ungewöhnlich, dass sie gleichzeitig an einer anderen psychischen Erkrankung leiden.

Die soziale Angststörung ist nicht ganz so konstant und bezieht sich (wie der Name schon sagt) auf soziale Situationen wie das Sprechen in der Öffentlichkeit (auch in kleinen Gruppen), das Kennenlernen neuer Menschen oder Verabredungen. In einer dieser Situationen kann Ihr Herz schneller schlagen, Ihre Stimme zittern und Ihre Handflächen schwitzen. Es kann auch eine Art Teufelskreis sein, denn wenn Sie diese Symptome verspüren, können Sie sich noch mehr davor fürchten, dass andere Menschen dies bemerken und Sie dann dafür verurteilen könnten.

Die Symptome der Situationsangst sind denen der sozialen Angst sehr ähnlich, doch handelt es sich eher um eine sehr kurzfristige als um eine anhaltende oder möglicherweise lebenslange Störung. Die Angstgefühle stehen in diesem Fall im Zusammenhang mit einem neuen oder sich verändernden Umfeld, z. B. einem neuen Arbeitsplatz, einem Umzug, Geldproblemen oder einem Arzttermin. Die mit der Angst einhergehenden Symptome (Stress, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen) treten in der Regel nur in dem Zeitraum auf, der das Ereignis oder die Umgebung, die Ihnen Sorgen bereitet, umgibt; sobald das Ereignis stattgefunden hat oder Sie sich an die neue Umgebung gewöhnt haben, verschwindet die Angst wieder.

Auch wenn es die neue Situation ist, die die Angst auslöst, so ist es doch das Adrenalin, das in Ihrem Körper ausgeschüttet wird, das die entsprechenden Symptome verursacht. Adrenalin ist ein Hormon und ein Neurotransmitter, der mit der "Kampf- oder Flucht"-Reaktion unseres Körpers in Stresssituationen verbunden ist. Es wird in den Blutkreislauf freigesetzt und bewirkt u. a. eine Erweiterung der Pupillen, eine erhöhte Herzfrequenz und vermehrtes Schwitzen.

Wenn Sie unter situationsbedingter Angst leiden und sich ängstlich oder besorgt über etwas fühlen, wird Ihr Körper dies als "Kampf oder Flucht"-Situation behandeln und entsprechend Adrenalin freisetzen. Hier kommt Propranolol ins Spiel.

Propranolol gehört zu einer Gruppe von Medikamenten, die als "Betablocker" bekannt sind. Das bedeutet, dass es die Herzfrequenz verlangsamt und die Wirkung des ausgeschütteten Adrenalins blockiert. Durch die Blockierung des Adrenalins werden die damit verbundenen Angstsymptome verhindert, während die Verlangsamung der Herzfrequenz dazu beiträgt, dass Sie sich ruhiger und entspannter fühlen.

Propranolol ist nur für die kurzfristige Behandlung von Angstzuständen gedacht. Wenn Sie also feststellen, dass Ihre Angstsymptome andauern oder Ihr tägliches Leben beeinträchtigen, handelt es sich wahrscheinlich nicht um situationsbedingte Angstzustände, sondern eher um eine andere Art von Störung. In diesem Fall sollten Sie sich von Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt für psychische Gesundheit beraten lassen, um die am besten geeignete Behandlungsmethode zu finden.