Wie behandelt man eingerissene Mundwinkel? Ursachen erklärt
Wie behandelt man eingerissene Mundwinkel? Ursachen erklärt
Eingerissene Mundwinkel, medizinisch oft als Mundwinkelrhagaden oder Cheilitis angularis bezeichnet, sind kleine Einrisse an den Mundwinkeln, die brennen, nässen oder schmerzen können. Häufig sieht man eine Rötung, manchmal auch feine Schuppen, Krusten oder kleine Blutspuren. Beim Essen, Sprechen oder Lächeln reißt die Stelle immer wieder auf, weil die Haut dort ständig in Bewegung ist. Genau das macht das Problem so hartnäckig: Es handelt sich nicht nur um „trockene Lippen“, sondern oft um eine gestörte Hautbarriere an einer besonders belasteten Stelle.
Wer ständig nur irgendeine Creme aufträgt, übersieht leicht die eigentliche Ursache. Eine gezielte Behandlung beginnt mit der Frage, warum der Mundwinkel eingerissen ist, und ob eine Mundwinkel Entzündung dahintersteckt, die zusätzliche Maßnahmen braucht.
Was bedeutet Mundwinkel Entzündung, mundwinkel eingerissen und aufgerissene mundwinkel?
Im Alltag werden unterschiedliche Begriffe genutzt: Mundwinkel eingerissen, aufgerissene Mundwinkel oder gerissene Mundwinkel meinen meist dasselbe. Gemeint sind kleine Risse an den Mundwinkeln, die durch Trockenheit, mechanische Reizung oder Entzündung entstehen. Von einer Mundwinkel Entzündung spricht man, wenn die Haut nicht nur eingerissen ist, sondern zusätzlich gerötet, geschwollen, nässend oder deutlich schmerzhaft wirkt. Dann können sich Keime leichter ansiedeln, weil die Schutzfunktion der Haut unterbrochen ist.
Die Mundwinkel sind besonders anfällig, weil dort mehrere Faktoren zusammenkommen: Speichel weicht die Haut auf, Essen und Trinken bringen Säuren und Reizstoffe an die Stelle, und die ständige Bewegung sorgt dafür, dass Risse nicht zur Ruhe kommen. Sobald die Hautbarriere geschwächt ist, reicht ein kleiner Auslöser, damit die Beschwerden starten oder wiederkehren.
Warum reißen Mundwinkel so leicht ein?
Die Haut rund um den Mund ist empfindlich. Sie produziert weniger schützende Lipide als andere Hautareale und trocknet bei Kälte, Wind oder trockener Heizungsluft schneller aus. Wenn dann noch Feuchtigkeit von innen dazukommt, vor allem Speichel, entsteht ein ungünstiges Wechselspiel: außen trocken und rissig, innen aufgeweicht und anfällig. Diese Kombination ist ein typischer Boden für wiederkehrende eingerissenen Mundwinkel, besonders im Winter oder bei Menschen mit trockener Haut.
Eingerissene Mundwinkel Ursache: Häufige Auslöser im Überblick
1) Lokale Reizungen und mechanische Faktoren
Viele Fälle haben einen simplen Startpunkt. Häufiges Lippenlecken ist ein Klassiker, auch wenn es kurzfristig „befeuchtet“. Speichel verdunstet und entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Zurück bleibt eine gereizte, brüchige Oberfläche. Ähnlich wirken schlecht sitzende Prothesen, Zahnspangen oder Fehlstellungen, wenn dadurch Speichel in den Mundwinkeln stehen bleibt oder die Haut dauerhaft mechanisch belastet wird. Wiederkehrende Reibung beim Essen oder ein unbewusstes Knibbeln an Krusten kann die Heilung zusätzlich verzögern.
2) Infektionen: Hefepilze und Bakterien
Wenn Risse bestehen, können sich Erreger ansiedeln. Häufig sind Hefepilze (Candida) beteiligt, manchmal auch Bakterien. Das Bild ist dann oft ausgeprägter: stärkere Rötung, Nässen, gelbliche Krusten oder eine deutlich entzündete Umgebung. Solche entzündete Mundwinkel heilen meist nicht zuverlässig ab, wenn man nur pflegt, ohne den Auslöser zu behandeln. In der Praxis wird bei Verdacht manchmal ein Abstrich gemacht, um gezielt therapieren zu können.
3) Hauterkrankungen als Hintergrund
Menschen mit Neurodermitis, Ekzemen oder anderen chronisch entzündlichen Hautproblemen haben häufiger Probleme an den Mundwinkeln. Die Barriere ist ohnehin empfindlicher, und schon geringe Reize führen zu Rissen. Auch Kontaktallergien, etwa auf Kosmetik oder Lippenpflegeprodukte, können eine Rolle spielen. Wenn nach einem neuen Produkt plötzlich Beschwerden auftreten, ist das ein wichtiger Hinweis.
4) Nährstoffmangel
Eine eingerissene Mundwinkel Ursache kann auch im Körperinneren liegen. Vor allem Eisenmangel und bestimmte B-Vitamine werden im Zusammenhang mit Mundwinkelrhagaden immer wieder genannt, unter anderem Vitamin B2 (Riboflavin). Das bedeutet nicht, dass bei jedem Riss sofort ein Mangel vorliegt. Wenn die Beschwerden aber häufig wiederkehren, schlecht heilen oder zusätzlich Zeichen wie Müdigkeit, Blässe oder brüchige Nägel bestehen, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein. Selbst blind zu supplementieren ist keine gute Strategie. Erst messen, dann gezielt behandeln.
5) Systemische Faktoren und eingerissene mundwinkel hormone
Hormonelle Veränderungen können die Haut beeinflussen, zum Beispiel über Trockenheit, Schleimhautempfindlichkeit oder Veränderungen des Immunsystems. Unter dem Stichwort eingerissene mundwinkel hormone wird das Thema häufig gesucht. In der Praxis ist es eher ein möglicher Mitfaktor als die alleinige Erklärung. Wenn Mundwinkelprobleme in bestimmten Lebensphasen auffallen und gleichzeitig andere Ursachen vorliegen, etwa Trockenheit, Stress oder Mangelzustände, kann das Bild dadurch verstärkt werden.
6) „Faulecken“ als umgangssprachlicher Begriff
Viele sagen „Faulecken“. Die Faulecken Mundwinkel Ursache ist medizinisch meist nichts Mystisches, sondern die gleiche Logik wie oben: aufgeweichte Haut durch Speichel, dazu Trockenheit oder Reibung, manchmal eine Infektion oder ein Mangel. Der Begriff klingt nach „schlechter Pflege“, trifft die Realität aber oft nicht. Auch Menschen mit guter Pflege können Mundwinkelrhagaden bekommen, wenn der Auslöser an anderer Stelle liegt.
Symptome und typische Verläufe: Woran Sie es erkennen
Gerissene Mundwinkel zeigen sich oft zunächst als Spannung oder Brennen. Beim Öffnen des Mundes entsteht ein stechender Schmerz, besonders bei sauren oder scharfen Speisen. Viele berichten, dass die Stelle morgens besser aussieht und im Tagesverlauf wieder einreißt. Kommen Nässen, stärkere Rötung oder Krusten dazu, spricht das eher für eine entzündliche Komponente. Entzündete Mundwinkel unterscheiden sich von trockenen Lippen dadurch, dass die Beschwerden punktförmig am Mundwinkel sitzen, stärker schmerzen und häufig eine klar gereizte, manchmal aufgeweichte Zone sichtbar ist.
Wenn die Haut über Wochen immer wieder aufreißt, entsteht ein Kreislauf: Riss, kurzfristige Besserung, erneutes Einreißen. Dann reicht reine „Feuchtigkeitspflege“ oft nicht aus, weil die Stelle nicht stabil genug wird oder weil ein Auslöser fortbesteht. An dieser Stelle sind besondere Cremes empfehlenswert.
Wann ist ärztliche Abklärung sinnvoll?
Nicht jeder kleine Riss braucht sofort eine Praxis. Es gibt aber klare Situationen, in denen Sie nicht einfach weiterprobieren sollten:
Die Beschwerden bestehen länger an oder kommen immer wieder zurück.
Die Mundwinkel Entzündung ist deutlich, mit starker Rötung, Nässen, Krusten oder Schwellung.
Es besteht der Verdacht auf Infektion, zum Beispiel wenn die Stelle sich ausbreitet oder sehr empfindlich ist.
Sie haben zusätzlich Hinweise auf einen möglichen Mangelzustand oder eine Grunderkrankung, etwa Diabetes oder chronische Hautprobleme.
Die Risse treten zusammen mit weiteren Veränderungen der Mundschleimhaut auf.
In solchen Fällen kann eine gezielte Diagnostik helfen, etwa ein Abstrich bei Verdacht auf Pilz oder Bakterien, oder Blutwerte bei Verdacht auf Eisen- oder Vitaminmangel.
Behandlung: Was hilft wirklich bei eingerissenen Mundwinkeln?
1) Schutz der Hautbarriere und Speichelkontakt reduzieren
Der wichtigste erste Schritt ist oft unspektakulär: Die Stelle braucht Schutz. Rückfettende, barrierebildende Salben können die Haut abdichten, Reibung reduzieren und verhindern, dass Speichel ständig einwirkt. Das Ziel ist nicht „so viel wie möglich schmieren“, sondern eine sinnvolle Schutzschicht, die die Wunde zur Ruhe kommen lässt. Wer merkt, dass Speichel häufig in die Mundwinkel läuft, sollte zusätzlich die Ursache prüfen lassen, etwa Prothesensitz oder Zahnstellung.
2) Reize vermeiden, die das Einreißen verstärken
Saure und scharfe Speisen brennen nicht nur, sie können die gereizte Haut zusätzlich stressen. Auch häufiges Lippenlecken hält die Entzündung am Leben. Wenn Sie aufgerissene mundwinkel haben, ist konsequentes Abtupfen von Feuchtigkeit oft hilfreicher als ständiges „Befeuchten“. Achten Sie beim Zähneputzen darauf, die Mundwinkel nicht mechanisch zu reizen.
3) Antimykotische oder antibakterielle Therapie nur bei passendem Verdacht
Wenn die Befunde auf eine Pilz- oder bakterielle Beteiligung hindeuten, werden je nach Situation lokal wirksame Mittel eingesetzt. Das sollte gezielt erfolgen. Eine Pilzbehandlung ohne Pilzverdacht bringt wenig, und unnötige Antibiotika sind ebenfalls keine gute Idee. Bei wiederkehrenden oder ausgeprägten Beschwerden ist eine ärztliche Einordnung sinnvoll, weil die Therapie sonst am Problem vorbeigeht.
4) Vorsicht mit stark wirksamen Präparaten, besonders Kortison
Kortison kann Entzündungen schnell beruhigen, ist aber nicht für jede Situation geeignet. Bei Infektionen kann es die Lage verschlechtern, wenn es ungezielt eingesetzt wird. Nutzen Sie solche Präparate nicht eigenmächtig über längere Zeit. Wenn Kortison überhaupt sinnvoll ist, dann meist kurzzeitig und unter fachlicher Anleitung.
5) Grunderkrankungen und Mangelzustände behandeln
Wenn ein Eisenmangel oder ein Vitaminmangel hinter den Beschwerden steckt, bringt nur Pflege selten eine dauerhafte Lösung. Dann muss der Mangel gezielt ausgeglichen werden, idealerweise nach ärztlicher Diagnostik. Ähnlich gilt es bei chronischen Hauterkrankungen: Stabilisiert sich die Grundsituation, werden auch die Mundwinkel oft ruhiger.
Prävention: So senken Sie das Risiko für eingerissenen mundwinkel
Wer bereits mehrfach eingerissenen mundwinkel hatte, profitiert häufig von konsequenten, aber einfachen Maßnahmen:
Schützen Sie Lippen und Mundwinkel bei Kälte und trockener Luft mit einer barrierebildenden Pflege.
Vermeiden Sie dauerhaftes Lippenlecken. Wenn der Impuls stark ist, hilft oft eine konsequente Schutzschicht, die das Spannungsgefühl senkt.
Achten Sie auf passende Prothesen und auf Reizfaktoren im Mundbereich.
Halten Sie die Mundwinkel möglichst trocken, ohne aggressives Rubbeln. Sanftes Abtupfen reicht.
Sorgen Sie für eine ausgewogene Ernährung. Wenn Beschwerden häufig wiederkehren, kann eine medizinische Abklärung von Eisen und ausgewählten B-Vitaminen sinnvoll sein.
Frühes Handeln lohnt sich. Sobald die Haut nur leicht gereizt ist, lässt sie sich oft stabilisieren. Werden Risse ignoriert, entsteht schneller eine chronische, schwerer zu behandelnde Mundwinkel Entzündung.
Fazit
Eingerissene Mundwinkel sind meist gut behandelbar, werden aber unnötig hartnäckig, wenn man nur symptomatisch pflegt und den Auslöser nicht beachtet. Eine eingerissene mundwinkel ursache kann lokal sein, etwa Lippenlecken oder eine schlecht sitzende Prothese. Infektionen, Hauterkrankungen oder Mangelzustände kommen ebenfalls in Betracht. Barrierepflege und Reizvermeidung sind sinnvolle Basismaßnahmen. Wenn die Beschwerden wiederkehren, deutlich entzündet sind oder länger anhalten, ist eine ärztliche Abklärung der saubere Weg, damit die Behandlung wirklich passt.
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Quellen
LETI, Hintergrundwissen und Pflegetipps bei eingerissenen Mundwinkeln
Dermatologie Tempelhof, Fachinformationen zu Rhagaden, Ursachen und Pflege
Öko-Test, Einordnung hilfreicher Maßnahmen und Hinweise zur Abklärung
Dermafy, Überblick über Mundwinkelrhagaden, Symptome, Diagnostik und Therapieprinzipien
