Übelkeit bei Mounjaro – was kann ich tun?
Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen sind wirklich unangenehm. Wenn Sie Mounjaro nutzen, um gezielt Gewicht zu verlieren, dann können diese Nebenwirkungen laut aktuellen Studien auftreten. Die gute Nachricht? Es gibt bewährte Wege, um diese Symptome zu lindern.
In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick über Mounjaro und Übelkeit als Nebenwirkungen. Neben den Auslösern und der Häufigkeit von Übelkeit erfahren Sie ganz konkret, was dagegen hilft, um die ungewünschte Nebenwirkung loszuwerden.
Das Wichtigste in Kürze:
Übelkeit ist keine Krankheit, sondern ein Symptom mit vielen möglichen Auslösern. Ein möglicher Auslöser sind Medikamente, die hormonell wirken – wie Mounjaro.
18 % aller Nutzer:innen von Mounjaro leiden zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Behandlung unter Übelkeit.
Oft ist das gleich zu Beginn der Behandlung oder wenn die Dosis angepasst wird, denn hier muss sich Ihr Körper erst neu an das Medikament gewöhnen.
In der Regel vergeht die Übelkeit von selbst. Wir haben Ihnen trotzdem 10 praktische Tipps zur Linderung zusammengetragen.
Wenn Blut beim Erbrochenen mitkommt, die Übelkeit länger als 2-3 Tage anhält oder Sie keine Nahrung für 24 Stunden behalten, dann müssen Sie dringend einen Arzt aufsuchen.
Was ist Übelkeit und warum tritt sie auf?
Übelkeit ist ein unangenehmes Gefühl im oberen Bauchbereich, das häufig mit Appetitverlust einhergeht. Übelkeit kann von einem leichten Unwohlsein bis zu starkem Brechreiz reichen und gelegentlich dazu führen, dass Sie sich übergeben müssen.
Übelkeit selbst ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Laut dem MSD-Manual [1] gehören zu den häufigsten Auslösern:
Erkrankungen des Verdauungssystems (z. B. Reizmagen, Magenschleimhautentzündung)
Hormonelle Veränderungen (z. B. in der Schwangerschaft oder durch Medikamente)
Erkrankungen des Gehirns oder Nervensystems, etwa Migräne
Infektionen, insbesondere Magen-Darm-Infekte
Emotionale Belastungen wie Angst, Stress oder Ekel
In vielen Fällen ist Übelkeit eine kurzfristige Reaktion auf eine Reizung des Magen-Darm-Trakts oder auf ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel. Doch auch Medikamente können eine Rolle spielen – insbesondere solche, die auf den Hormonhaushalt einwirken oder das Verdauungssystem beeinflussen.
Wie häufig ist Übelkeit bei der Anwendung von Mounjaro?
Mounjaro ist ein verschreibungspflichtiges Medikament mit dem Wirkstoff Tirzepatid, das zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und zur Gewichtsreduktion eingesetzt wird. Es beeinflusst mehrere Hormone, die den Appetit, das Sättigungsgefühl und den Blutzuckerspiegel regulieren.
Aufgrund dieser Wirkung kann es insbesondere in den ersten Wochen nach Behandlungsbeginn zu Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich kommen.
Laut dem Hersteller Lilly [2] gehört Übelkeit zu den häufigsten Nebenwirkungen bei Mounjaro:
Bei bis zu 18 % der Patientinnen und Patienten kommt es in der Anfangsphase der Behandlung zu Übelkeit.
Besonders in der Einstiegsphase oder nach einer Dosiserhöhung kann es zu Übelkeit kommen. Diese Reaktion des Körpers ist zunächst nicht ungewöhnlich. Aber in der Mehrzahl der Fälle ist sie nur vorübergehend. Sobald sich der Körper an die veränderte hormonelle Situation angepasst hat, bessern sich die Beschwerden meist deutlich.
10 Schritte, um Übelkeit bei Mounjaro erfolgreich zu lindern:
Wenn Sie unter Übelkeit leiden, gibt es verschiedene Strategien, mit denen Sie diese Nebenwirkung von Mounjaro lindern können. Der Norddeutsche Rundfunk hat einen informativen Artikel [3] dazu verfasst, wie Sie Übelkeit erfolgreich bekämpfen:
Kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten: Statt drei großer Mahlzeiten am Tag sollten Sie lieber fünf bis sechs kleinere Portionen zu sich nehmen. Ideal sind trockene Lebensmittel wie Zwieback, Knäckebrot, leicht gesalzenes Kartoffelpüree, Reis oder gedämpftes Gemüse. Vermeiden Sie sehr heiße Speisen.
Fettige, scharfe oder stark gewürzte Speisen meiden: Diese reizen den Magen und können die Übelkeit verstärken. Auch stark gezuckerte Lebensmittel sollten vermieden werden.
Langsam essen, gut kauen: Wer zu schnell isst, schluckt mehr Luft und belastet den Magen unnötig. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für jede Mahlzeit und achten Sie auf ein ruhiges Umfeld beim Essen.
Viel trinken – in kleinen Schlücken: Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten durch stilles Wasser, milden Kräutertee (z. B. Kamille oder Fenchel) oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Vermeiden Sie Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke und sehr süße oder koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Kaffee.
Frische Luft und Bewegung: Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft kann helfen, den Kreislauf zu stabilisieren und das Unwohlsein zu lindern. Auch das Öffnen eines Fensters oder regelmäßiges Lüften kann hilfreich sein.
Ruhen in aufrechter Haltung: Legen Sie sich bei Übelkeit nicht flach hin. Eine leicht aufrechte Position – etwa im Sitzen mit gestütztem Rücken oder im Liegen mit erhöhtem Oberkörper – entlastet den Magen.
Ingwer als Hausmittel: Ingwer hat eine nachgewiesene antiemetische Wirkung. Als Tee, in Wasser gekocht oder in kleinen Mengen frisch gekaut, kann er helfen, Übelkeit zu lindern. Wichtig: Prüfen Sie, ob Sie Ingwer gut vertragen.
Vermeiden Sie intensive Gerüche: Starke Gerüche – etwa beim Kochen, von Parfüm oder Reinigungsmitteln – können Übelkeit verstärken. Sorgen Sie für eine geruchsarme Umgebung, insbesondere beim Essen.
Ablenkung durch leichte Beschäftigung: Lesen, Musik hören oder ein kurzer Spaziergang können helfen, das Bewusstsein von der Übelkeit abzulenken und Entspannung zu fördern.
Medikamente nur nach Rücksprache einnehmen: In hartnäckigen Fällen kann der Arzt ein Mittel gegen Übelkeit (Antiemetikum) verschreiben. Setzen Sie aber bitte keinesfalls auf eigene Faust Medikamente ein, da diese Wechselwirkungen mit Mounjaro haben können.
Ihre Übelkeit geht nicht weg – wann sollten Sie medizinischen Rat einholen?
Auch wenn Übelkeit in der Anfangszeit von Mounjaro nicht ungewöhnlich ist, sollten Sie in folgenden Fällen ärztliche Hilfe suchen:
Die Übelkeit dauert länger als 2 bis 3 Tage ohne Besserung an.
Sie leiden unter Bewusstseinsstörungen (Sehen, Hören, etc.).
Sie können keine Flüssigkeit bei sich behalten (Gefahr der Dehydrierung)
Sie sehen neben dem Erbrochenen auch Blut.
Wenn Sie über 24 Stunden kein Essen und Trinken behalten konnten.
Wenn Sie denken, dass eine Kopfverletzung, Vergiftung oder ein Glaukom-Anfall der Auslöser sein könnten.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann dann prüfen, ob die Beschwerden im Zusammenhang mit Mounjaro stehen. Wenn das der Fall ist, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Anpassungen vornehmen oder unterstützende Medikamente verordnen.
Verwendete Quellen:
[1] MSD Manuals über die Ursachen von Übelkeit
[2] Der Hersteller Lilly über die Häufigkeit von Übelkeit bei der Nutzung von Mounjaro
[3] Der Norddeutsche Rundfunk zu Ursachen und Behandlung von Übelkeit